Banque-Postale-Tochter kommt nach Deutschland

23.02.2025|3 min


„Deutschland ist eine wichtige Etappe unserer Europa-Expansion”

Die Assetmanagement-Tochter der französischen Postbank plant eine Private-Credit-Offensive in Deutschland und holt dafür den Leveraged-Finance-Banker Alexander Schäfer an Bord.


​​​​​​​Artikel veröffentlicht in deutscher Sprache in der Börsen-Zeitung am 17. Februar 2026

Philipp Habdank / Gesche Wüpp

La Banque Postale verlässt den französischen Heimatmarkt und eröffnet ein Büro in Frankfurt.

Der französische Vermögensverwalter LBP AM nimmt den deutschen Mittelstand ins Visier. Dazu eröffnet die Banque Postale-Tochter ein Büro in Frankfurt und holt den Leveraged-Finance-Banker Alexander Schäfer als Investment Director an Bord. Dieser soll die bankenunabhängige Kreditvergabe (Direct Lending) von LBP AM ankurbeln. Der sich derzeit im Fundraising befindliche Direct-Lending-Fonds soll bis zu 800 Mill. Euro schwer werden. Der Assetmanager gehört zu 75% der La Banque Postale und zu 25% Aegon Asset Management.

„Deutschland ist eine wichtige Etappe unserer Europa-Expansion”, sagt Peter Arnold, Private-Markets-Chef von LBP AM in Europa. Ziel sei es, mit der europäischen Private-Markets-Plattform bis 2030 auf ein verwaltetes Vermögen von 20 Mrd. Euro zu kommen. Stand Ende 2025 hatte die Plattform 10 Mrd. Euro an Kapital aufgenommen. Die 2012 gegründete Private Markets-Sparte von LBP AM vergibt neben Unternehmenskrediten auch Infrastruktur- und Immobiliendarlehen.

LBP AM will Nachfolgewelle reiten

„Wir investieren in Unternehmen ab einem Ebitda von 8 Mill. Euro“, sagt Arnold. Man suche vor allem Familienunternehmen mit bevorstehendem Generationenwechsel, die von einem Private-Equity-Partner begleitet werden können. Für solche Private-Equity-Deals stellen Kreditfonds häufig Akquisitionskredite zur Verfügung. In Europa gäbe es potentiell 35.000 bis 50.000 solcher Firmen mit einem Ebitda zwischen 5 und 100 Mill. Euro.

Mit dieser Strategie steht LBP AM nicht allein. Eine ganze Reihe von Private-Equity- und Private-Debt-Fonds setzen auf den anstehenden Generationswechsel im deutschen Mittelstand. Bis zum Ende dieses Jahres planen laut KfW Research rund 186.000 Firmeninhaber den Rückzug und die Übergabe an einen Nachfolger. Das entspricht laut KfW rund 5% aller kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland. Bis zum Ende des Jahres 2029 streben rund 545.000 der insgesamt 3,87 Millionen mittelständischen Unternehmen eine Nachfolgeregelung an.

Viele französische Investoren in Deutschland

Das Problem ist dabei jedoch, dass sich davon am Ende nur ein Bruchteil für Private Equity entscheidet. Finanzinvestoren haben im deutschen Mittelstand verglichen mit anderen Märkten in Europa noch immer einen schweren Stand. Laut KfW wünscht sich immer noch mehr als jeder zweite Inhaber eine familieninterne Nachfolgelösung (55%). Zuletzt erwogen aber auch 42% einen Verkauf. Management-Buy-outs und die Übergabe der Firma an Mitarbeiter spielen eine untergeordnete Rolle.

Hinzu kommt der hohe Wettbewerb unter den Finanzinvestoren. LBP AM ist nicht der erste ausländische Finanzinvestor, der sein Glück im deutschsprachigen Raum versucht. Mit etablierten Adressen wie Ardian, Eurazeo oder Tikehau haben französische

Wettbewerber hier schon viel früher ihre Zelte aufgeschlagen. Auch Oddo oder CIC sind hier seit Jahren im Geschäft.